Im Rahmen der Hausplanung werden die zukünftigen Hausbesitzer mit einer Vielzahl von Entscheidungen und somit auch mit neuen Begriffen konfrontiert. Sie müssen sich nicht nur für oder gegen einen Keller entscheiden, sondern auch eine Entscheidung zwischen WU-Keller und konventionell gemauertem Keller treffen. Doch was sind die Besonderheiten des WU-Kellers und warum werden wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton von Hausanbietern und Architekten favorisiert? Mit dem folgenden Artikel möchten wir eine Reihe dieser Fragen beantworten, um Baufamilien so eine Entscheidungshilfe zu geben.
Was macht die weiße Wanne so besonders? Die Wanne besteht aus einem wasserundurchlässigen Beton mit einem dichten Gefüge. Dadurch kann kein Wasser in den Keller eindringen. Wer mehr über die besonderen Konstruktionen bei der Unterkellerung wissen möchte, kann sich in der DIN 1045-2 informieren.
Welche Funktionsweise verbirgt sich hinter der weißen Wanne? Aufgrund der Wasserundurchlässigkeit kann kein Wasser eindringen. Dies liegt am Kapillarporenraum, der kleiner als 20 Vol.-% ist, sodass die Kapillarporen nicht durchgängig miteinander verbunden sind.
Lebensdauer der weißen und der schwarzen Wanne: Experten gehen bei der weißen Wanne von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 80 Jahren aus. Anders sieht es bei der schwarzen Wanne aus, denn hier müssen die Fugenabdichtungen im Schnitt alle 30 Jahre erneuert werden.
Damit Baufamilien besser verstehen, warum der WU-Keller beim Hausbau eine der besten Optionen ist, möchten wir zuerst einmal auf die baulichen Aspekte und auf die vorgeschriebenen Normen eingehen.
Der WU-Keller, der in Fachkreisen auch als weiße Wanne bezeichnet wird, ist im Grunde genommen ein Stahlbetonkeller, der aus einem wasserundurchlässigen Beton und einem dichten Gefüge besteht. Die Stahlbetonkonstruktion des Kellers garantiert die Dichtigkeit gegen Sicker- und Grundwasser, da Außenwände und Bodenwanne des neuen Kellers als geschlossene Wanne mit einem sehr hohen Wassereindringwiderstand konstruiert sind. Aufgrund der besonderen Abdichtungsfunktion kann beim Kellerbau auf weitere Arbeiten rund um die Kellerabdichtung verzichtet werden.
Bei einem konventionell gemauerten Keller müssen die Außenwände komplett mit einer Dickhautbeschichtung aus Bitumen überzogen werden, welche im Laufe der Jahre kontrolliert und eventuell auch erneuert werden muss.
Rund um die weiße Wanne müssen einige bauliche Aspekte beachtet werden. Als Material für einen Betonkeller kommt wasserundurchlässiger Beton zum Einsatz. Gemäß der DIN 1045-2:2008-08 und DIN EN 2017-01 handelt es sich dabei um Festbeton mit einem hohen Wassereindringwiderstand. Um die Beständigkeit und die Dichthaut des Betons zu verbessern, kommen spezielle Betonzusatzmittel zum Einsatz. Unter anderem sind es kristalline Substanzen, die bei Rissen die Selbstheilung des Materials fördern. Dank der speziellen Bautechnik können Hersteller die Wasserundurchlässigkeit garantieren.
Neben der fachgerechten Planung des Kellers ist auch die sorgfältige Ausführung von größter Wichtigkeit. Aufgrund unserer Erfahrung möchten wir auf den Anbieter Kellerexperte verweisen. Dieser Anbieter hat viel Erfahrung in der Errichtung von wasserdichten Beton-Bauteilen und hält sich akribisch an die Anforderungen rund um den Bau der weißen Wanne. Dies erklärt auch, warum er die geforderte Mindestbaudicke von 24 cm überschreitet, denn aus seiner Erfahrung kann der Anbieter sagen, dass Wandstärken ab 30 cm beim sinnvoller Keller sind.
Seit 2017 hat die WU-Richtlinie DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ Gültigkeit und ersetzt die DIN 18195 „Abdichtung von Bauteilen“. Bei der neuen DIN-Norm geht es in erster Linie um die Abdichtung von Wandquerschnitten, Wand- und Bodenflächen sowie Sockelbereich, die direkt an das Erdreich grenzen. Laut der WU-Richtlinie wird die Wasserundurchlässigkeit als Begrenzung bzw. Verhinderung von Wasserdurchtritt durch Beton, Fugen, Arbeitsfugen, Riss sowie Sollrissquerschnitte definiert. Dies gilt in erster Linie bei drückendem und nicht drückendem Wasser von außen sowie bei zeitweise aufstauendem und nicht aufstauendem Wasser und bei Bodenfeuchte.
Welche Abdichtungsform für den Stahlbetonkeller gewählt wird, kommt auf die Art der Wassereinwirkung an. Diese wird in die Wassereinwirkungsklassen W1 bis W4 unterschieden.
Trotz aller DIN-Normen rund um den wasserundurchlässigen Beton (WU-Beton) müssen beim Kellerbau in erster Linie die regionalen Bauvorschriften beachtet werden.
Baufamilien, die sich diese Frage stellen, sollten die folgenden Abschnitte lesen, um zu verstehen, warum der Betonkeller immer öfter favorisiert wird.
Die Vorteile rund um die weiße Wanne wurden in der Vergangenheit durch eine Reihe von Untersuchungen bestätigt. Feuchtigkeit wird garantiert ausgesperrt, denn drückendes Wasser hat bei der weißen Wanne eine Wassereindringtiefe von nur maximal 7 cm, bevor es gestoppt wird. Somit bietet der Betonkeller einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit und Schimmel, was wiederum die Wohnqualität erhöht, wenn die Kellerräume als Wohnkeller genutzt werden. Und last but not least sorgt die weiße Wanne für einen guten Werterhalt der Immobilie bzw. eine Wertsteigerung bei einem eventuellen Verkauf.
Wie bereits erwähnt, kann der WU-Keller nicht nur als Nutzkeller verwendet werden. Denkbar ist auch der Wohnkeller, der zusätzliche Wohnfläche schafft und als Einliegerwohnung vermietet werden kann.
Weißen Wannen haben im Vergleich mit konventionellen Kellern eine deutlich längere Lebensdauer. Experten geben diese mit rund 80 Jahren an. Die sogenannte schwarze Wanne schneidet hierbei deutlich schlechter ab, denn die Außenabdichtung und die Fugenabdichtungen aus Bitumen oder Kunststoff müssen spätestens nach 30 Jahren erneuert werden.
Im direkten Vergleich schwarze Wanne und weiße Wanne fallen die reduzierten Arbeitsgänge rund um die weiße Wanne sofort in den Blick. Sind diese bei der weißen Wanne sorgfältig ausgeführt, dann ist die weiße Wanne in der Konstruktion deutlich wirtschaftlicher. Des Weiteren bietet die weiße Wanne einen guten Schutz gegen Radon, ein radioaktiver und gesundheitsgefährdender Stoff, der bei undichten Kellerwänden in das Gebäude gelangt und sich dort ansammelt.
Qualität beim Bau des Kellers ist das A und O. Aus diesem Grund sollte bereits die Planung sehr sorgfältig vonstattengehen. Dies gilt auch für den Bau des Kellers, der möglichst nur von einem erfahrenen Kellerbauunternehmen durchgeführt werden sollte.
Schon vor der Planung sollte eine Bodenuntersuchung durch einen erfahrenen Bodengutachter stattfinden. Die Informationen rund um die Bodenverhältnisse, die der Bodengutachter in seinem Gutachten zur Verfügung stellt, sind sowohl für die statische Berechnung des Kellers als auch für die Erstellung der kompletten Baupläne von großer Wichtigkeit.
Bei der sorgfältigen Ausführung rund um die weiße Wanne sollte besonderes Augenmerk auf das Abdichtungssystem gelegt werden. Hierzu wird in vier verschiedene Wassereinwirkungsklassen unterschieden. Anhand der Ergebnisse der Bodenuntersuchung kann sichergestellt werden, welche Abdichtungsform zum Einsatz kommt. Unterschieden wird dabei in:
W1-E: Nicht drückendes Wasser bei der Bodenplatte und erdberührten Wänden sowie Bodenfeuchte.
W2-E: Drückendes Wasser, wie zum Beispiel Hochwasser, Grundwasser und Stauwasser.
W3-E: Nicht drückendes Wasser auf erdüberschüttenden Bauteilen.
W4-E: Wandsockel, die 20 cm unter bis 30 cm über Geländeoberkante – GOK liegen
Ebenso wichtig ist die Konstruktion der weißen Wanne, da hierbei eine einfache und eindeutige Lastabtrennung garantiert werden muss. Nur so können die Bildung von Trennrissen vermieden und die Rissbreiten begrenzt werden. Gemäß der WU-Richtlinie gibt es hierzu drei Grundsätze:
Vermeidung von Trennrissen
Trennrissbreite muss festgelegt werden – Dies bedeutet, dass ein Wasserdurchtritt durch eine sogenannte Selbstheilung begrenzt, werden muss.
Trennrissbreite festlegen mit einer planmäßigen Rissbehandlung – Dieser Grundsatz findet allerdings nur Anwendung, wenn die Bauteile für eine planmäßige Rissbehandlung frei zugänglich sind.
Weiße Wannen für den neuen Keller sollten nicht nur sorgfältig geplant, sondern auch während der verschiedenen Bauprozesse kontinuierlich überprüft werden. Schon kleinste Fehler bei der Ausführung können fatale Folgen nach sich ziehen. So kann eindringende Feuchtigkeit zur Schimmelbildung an den Kellerwänden führen.
Die Bauarbeiten der weißen Wanne sollten von einem unabhängigen Baugutachter überwacht werden.
Für Bauherren zählt beim Bau des Traumhauses jeder Euro. Dies erklärt natürlich, warum sie sich die Frage stellen: „Was kostet ein WU-Keller?“ Allerdings können wir keinen Pauschalpreis nennen, denn eine Reihe von Faktoren beeinflusst den Preis.
Zu den Kostenfaktoren, die den Preis für den Keller aus Beton beeinflussen, zählen neben der Größe des Kellers auch die zusätzliche Ausstattung wie Fenster, Türen und Rohre für Installationsleitungen. Auch die Bodenbeschaffenheit beeinflusst die Kosten für den Keller, denn es macht einen deutlichen Unterschied, ob auf dem Grundstück die Bodenklasse 3 oder 7 vorherrscht. Je höher die Bodenklasse ist, desto aufwendiger gestalten sich die Erdarbeiten.
Ebenfalls bei den Kosten für den Keller relevant sind die regionalen Unterschiede bei den Preisen. So sind zum Beispiel die Kosten für Beton von Region zu Region stark unterschiedlich und können zwischen 100 und 150 Euro pro Kubikmeter schwanken.
Im Vergleich mit einem konventionellen Keller müssen Bauherren für den wasserundurchlässigen Beton für die weiße Wanne ca. 25 % an Mehrkosten kalkulieren. Dies bedeutet für Bauherren, dass sie im Schnitt zwischen 15.000 und 20.000 Euro mehr für den WU-Keller als für einen konventionell gemauerten Keller bezahlen müssen. Diese Mehrkosten amortisieren sich im Laufe der Jahre, denn aufgrund der langen Lebensdauer für den Keller fallen keine weiteren Wartungskosten an.
Bei einer entsprechenden Dämmung des Kellers, welche sowohl für ein angenehmes Raumklima bei einem Wohnkeller sorgt und dabei gleichzeitig die Bildung von Feuchtigkeit in den Kellerräumen verhindert, können rund um die Finanzierung verschiedene zinsgünstige Fördermöglichkeiten in Betracht gezogen werden.
Neben der regelmäßigen Pflege des Kellers ist es ratsam, dass Hausbesitzer einmal pro Jahr eine Sichtkontrolle im Keller durchführen. Dabei lassen sich kleinste Schäden erkennen, sodass schnell reagiert werden kann, bevor der Schaden ungeahnte Ausmaße annimmt.
Schon mit einer einfachen Methode kann herausgefunden werden, ob die Bausubstanz des Hauses feucht ist. Dazu wird ein trockener Schwamm auf die vermutliche feuchte Stelle an der Kellerwand oder der Bodenplatte gedrückt. Fühlt sich der Schwamm danach feucht an, dann ist klar, dass die Bodenplatte oder die Kellerwände feucht sind. Des Weiteren lässt sich Feuchtigkeit im Keller durch nasse Kellerwände, Schimmelbildung, Risse oder abgeplatzter Putz, feuchte Sockelleisten, Ablagerung von Salzen an den Wänden sowie einen muffigen Geruch feststellen.
Wer einen Schaden an seinem WU-Keller feststellt, sollte den Schaden als erstes bei der Gebäudeversicherung bzw. der Wohngebäudeversicherung melden. Für die anfallenden Abdichtungsarbeiten an der weißen Wanne sollte eine professionelle Firma beauftragt werden.
Verschiedene Umwelteinflüsse können zu einer dauerhaften Belastung rund um den Keller führen. Damit es nicht zu Schäden an der Bausubstanz kommt, sollten Bauherren sich von Anfang an für einen WU-Keller und der damit verbundenen besonderen Bauweise entscheiden. Dabei ist es wichtig, dass sowohl die Planung als auch die Ausführung von einem erfahrenen Architekten und einem erfahrenen Kellerbauunternehmen übernommen wird. Kommt es zu Fehlern bei der Bauweise , kann es selbst nach Jahren zu Schäden und damit verbundenen hohen Folgekosten kommen.
Sobald die Stahlkonstruktion errichtet ist, jedoch spätestens nach Fertigstellung der Abdichtungsarbeiten, sollte der Keller von einem Sachverständigen überprüft werden. Viele Bauherren scheuen die Mehrkosten für den WU-Beton, da sie sich nicht bewusst machen, dass diese sich im Laufe der Jahre amortisieren, denn es müssen keine zusätzlichen Wartungskosten eingeplant werden. Des Weiteren sorgt ein Keller aus WU-Beton für eine Wertsteigerung des Hauses und trägt gleichzeitig zum Werterhalt bei.
Die Bauzeit für einen Keller aus WU-Beton ist abhängig von der Größe und Komplexität des Projekts. Bauherren sollten bei der Planung ausreichend Zeit zum Trocknen des WU-Beton sowie für den Einbau der Abdichtungssysteme einplanen.
In Deutschland gilt generell die WU-Richtlinie, wenn ein WU-Keller realisiert werden soll. In dieser Richtlinie können alle Anforderungen, welche für die Planung und die Errichtung der weißen Wanne nötig sind, nachgelesen werden.
Nein, das müssen sie nicht. Baufamilien sollten sich jedoch generell mit dem Architekten oder einem Fachmann beraten, damit die beste Lösung für die Unterkellerung realisiert werden kann.
Ein WU-Keller ist besonders sinnvoll, wenn das Erdreich feucht oder die Bodenverhältnisse schwierig sind. Bei Bauprojekten mit hoher Beanspruchungsklasse ist ein Stahlbeton-Keller ideal, da er stabiler und besser gegen Sickerwasser schützt. Auch bei einer geplanten intensiven Nutzung, wie etwa einer Einliegerwohnung im Keller, ist ein WU-Keller eine gute Wahl.
Der Stahlbeton eines WU-Kellers ist speziell konstruiert, um sowohl Sickerwasser als auch Wasserdampf zu blockieren. Durch die hohe Dichte des Betons und die sorgfältige Bewehrung der Wände wird die Wasserdurchlässigkeit minimiert, was Trennrisse verhindert. Dies macht den WU-Keller zur perfekten Lösung für Bauvorhaben in Gebieten mit hoher Beanspruchungsklasse.
Die Bewehrung sorgt dafür, dass die Wände des Kellers auch bei hohen Belastungen stabil bleiben und keine Trennrisse entstehen. Im Fall von Elementwänden aus Stahlbeton bieten sie zusätzliche Sicherheit gegen Sickerwasser und steigern die Langlebigkeit des Bauwerks, insbesondere wenn die Bodenverhältnisse anspruchsvoll sind.